KUNSTGRIFF 33/2021: Heil and other pictures

12. August 2021 - 11:30 - 17:00 Uhr

Veranstaltungsort: Museumsinsel Heide, Lüttenheid 40, Telefon: 0481/63742, 25746 Heide,

Veranstalter: Kunstverein Heide e.V., Dirk-Uwe Becker, Weidenkamp 5, 25791 Linden, Mobil: 0151-25207006, Mail: dirk.uwe.becker@googlemail.com, Internet: www.kunstverein-heide.com

 

 

Schriftsteller mit einem Hang zur Kunst und Malerei

 

Anfang Dezember 1964 in Bolu, einer Stadt im Nordwesten der Türkei, geboren, war Feridun Zaimoglu gerade fünf Monaten alt, als seine Eltern, die sich bisher als Wanderarbeiter verdingt hatten, mit ihm 1965 in Berlin als Gastarbeiter ankamen. Von Berlin aus ging es über München und Bad Godesberg an die Universität in Kiel, wo er in den Bereichen Medizin und freie experimentelle Malerei immatrikulierte. Sehr schnell stellte Feridun aber fest, dass er weder zum ordentlichern Studenten noch zu einem angehenden, reifen Bürger taugen würde, denn ihm gingen sowohl die Stubenwärme wie die Selbstverortung ab und beides war für sein großes Ziel – das Schreiben – völlig unwesentlich, wie er fand. So wurde er freier Schriftsteller, aber immer noch mit einem Hang zur Kunst und Malerei. Seine grafischen Arbeiten werden von der Galerie Marc Richter in Lütjenburg/Ostholstein vertreten.

Die in der Ausstellung gezeigten grafischen Arbeiten des Schriftstellers und Künstlers Feridun Zaimoglu aus Kiel bestechen durch ihre besondere Art der Darstellung. Seine Technik, japanische Tusche im Kontext mit flüssigem Acryl, verzeiht keine Fehler und bietet den Blick auf eine Welt, die erst einmal verstört oder irritiert, denn man trifft auf deformierte Figuren, Szenen träumender Frauen, die in einem „Traumbild“ im wahrsten Sinne des Wortes „eingefroren“ sind, quasi Bilder der Entrückung.

Diese Figuren sind der Welt der Verrichtung und Abrichtung enthoben. Womit sie beschäftigt sind oder interagieren, lässt sich mit dem Verstand nicht so leicht (be)greifen. Im normalen Alltag setzen wir uns voneinander ab, haben klare Konturen vor Augen. In den gezeigten Werken aber scheinen die Darstellungen überzulaufen, ineinander zu zerfließen, abgehoben und von etwas in Besitz genommen zu sein, wie in einem Traum mit großer Transparenz der Wirklichkeit. Die bürgerliche Vorstellung von der Autonomie oder Souveränität des Einzelnen ist aufgehoben. Das Individuum verschwimmt, zerfasert, löst sich im Umriss auf und wird Traumsequenz.

 

Finissage mit Feridun Zaimoglu

Zur Finissage am 28. August um 15 Uhr wird Feridun Zaimoglu „gespenstische“ Texte zu Kunst und Corona lesen und mit den Zuhörern darüber diskutieren. Ein Büchertisch ist vorhanden und Zaimoglu wird auch vor Ort signieren.

Der Eintritt zur Lesung ist frei.
Es wird aber wegen des begrenzten Sitzungsplatzes um Voranmeldung in der Heide Museumsinsel gebeten. Telefon:  0481/63742

 

 

Veranstaltungszeitraum: 8. bis 28. August 2021

 

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Donnerstag und Sonntag von 11.30 bis 17.00 Uhr
Freitag von 11.30 bis 14.00 Uhr
Samstag von 14 bis 17 Uhr

Eröffnung:
Sonntag, 8. August, 11.30 Uhr

Finissage:
Samstag, 28. August, 15 Uhr: Lesung mit Feridun Zaimoglu

 

 

 

 

Feridun Zaimoglu: Echte_Liebe – Copyright: Marc Richter

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Feridun Zaimoglu: Fremde Materie – Copyright: Marc Richter

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Feridun Zaimoglu – Copyright: Dirk-Uwe Becker